Gregor GrafLinz (Situation 2), 2004Warschau (Situation 5), 2006London (Situation 11), 2007aus der Serie / from the series »Hidden Town«, 2004–2007Ausstellungsdauer:03. Juni - 26. September 2010Ausstellungsort:Landesgalerie Linzgeboren 1976 in Wien, lebt in Linzwww.gregorgraf.net |
Gregor Graf, »Linz (Situation 2)«, 2004aus der Serie / from the series »Hidden Town«, 2004–2007Lambdaprints / Dibond · 95 x 120 cmGregor Graf, »London (Situation 11)«, 2004aus der Serie / from the series »Hidden Town«, 2004–2007Lambdaprints / Dibond · 95 x 120 cm |
Persönliche Erfahrungen mit Architektursituationen bilden den Ausgangspunkt für Projekte, die Gregor Graf im gezielten Zugriff auf unterschiedliche Medien entwickelt und meist auch als raumbezogene Modelle im Ausstellungskontext umsetzt. Grafs bisheriges Werk umfasst Zeichnungen, Fotografien und Installationen, die in Summe einen ortsspezifischen Informationsgehalt aufgreifen und transformieren.Mit der 2004 begonnenen fotografischen Arbeit Hidden Town bietet Gregor Graf einen Blick auf eine von Zeichen gereinigte Stadt. Durch Retuschen, die Plakate, Werbehinweise, Geschäftsnamen, Logos etc. ausblenden, werden die architektonischen und strukturellen Kennzeichen von Situationen in Linz, Warschau und London verstärkt ins Blickfeld gerückt. Durch die Abwesenheit von Menschen und jeglicher Form von Verkehr werden die Orte zudem weitgehend anonymisiert. Die Auslöschung einer Informationsebene von geläufigen Zeichensystemen mutiert zur Freilegung von formalen und plastischen Eigenschaften urbaner Bauköper. In diesem Prozess nehmen die Häuser und Straßenzüge einen zunehmend modellhaften Charakter an. Da gewohnte Anhaltspunkte fehlen, wirkt der öffentliche Raum unwirklich, kulturell austauschbar und fremd. Grafs Methode erzeugt veränderte Muster der Wahrnehmung von urbanen Räumen. Seine Bilder changieren zwischen Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeit und verdeutlichen durch den Eingriff in den Informationsgehalt einer Fotografie die Definitionsmacht von Zeichen für die Funktion einer Stadt als urbanes Handlungsfeld. (Martin Hochleitner) |
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