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Anna Artaker

UNBEKANNTE AVANTGARDE, 2008

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

Landesgalerie Linz

geboren 1976 in Wien, lebt in Wien
 


Anna Artaker, »Gruppe Zielscheibe, Moskau 1913« aus / from »UNBEKANNTE AVANTGARDE« [Unknown Avant-garde], 2008

10 Barytabzüge historischer Fotografien mit Legenden / 10 baryta prints of historical photographs, with captions

Foto hier / Photo above: 30 x 17,57 cm · © Man Ray, Man Ray Trust / Centre Georges Pompidou / VBK, Paris / Wien

Fotosammlung des Bundes, Dauerleihgabe in der Österreichischen Fotogalerie, Museum der Moderne Salzburg

 
In mehreren Arbeiten hat sich Anna Artaker mit dem Einfluss von Filmen und Fotografien auf die Etablierung und Tradierung von Geschichtsbildern beschäftigt. Die Künstlerin interessieren politische Prozesse, Zeitphänomene und gesellschaftliche Kontexte, die sich mit der historischen Produktion von Bildern zwar in Verbindung bringen lassen, von diesen aber auch langfristig überlagert wurden.

Die rechercheorientierten Projekte legen historische Zusammenhänge frei und überführen Vorstellungen von Geschichte als Konstruktionen von Bildern und deren Bedeutungsmacht. Die Serie UNBEKANNTE AVANTGARDE umfasst die Reproduktion von zehn historischen Fotografien mit Künstlergruppen, die im klassischen Kanon der Kunstgeschichte bis heute zur Avantgarde bzw. zu Pionieren der Moderne im 20. Jahrhundert gezählt werden. Jedes Bild wird von einer Bildlegende begleitet. Diese benennt die Gruppe (z. B. Dada, Surrealismus, Bauhaus ...), den Ort und Zeitpunkt der Aufnahme sowie den Quellennachweis der Abbildung und scheint mit den Silhouetten und den angeführten Namen zudem die Personen exakt zu bezeichnen. Allerdings wird diese Erwartung nicht erfüllt: Während auf den Fotos mit einer einzigen Ausnahme ausschließlich Männer abgebildet sind, werden in der Liste ausnahmslos Frauen angeführt. Lediglich die tatsächlich im Gruppenbild fotografierte Frau bleibt in der Bildlegende anonym. Aus diesem unterschiedlichen Informationsgehalt resultieren die für das Gesamtprojekt charakteristischen Bedeutungsebenen: Einerseits vermittelt Artaker die oftmals vergessenen und nur selten genannten Namen von Künstlerinnen, die als unbekannte Avantgarde Teil dieser Gruppen gewesen waren, und zeigt andererseits die Wechselwirkungen zwischen männlich dominierten Rezeptionsmustern und Repräsentationstraditionen in der Kunstgeschichte auf.

(Martin Hochleitner)

 

 

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