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Claudia Larcher

HEIM, 2009

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

LENTOS Kunstmuseum Linz

geboren 1979 in Bregenz, lebt in Wien
www.kunstmafia.com/clar
 


Claudia Larcher, »HEIM« [Home], 2009

Video, 11‘40‘‘

 
Ein Haus wird besichtigt, vom Dachboden bis zum Keller. Das ganze Reservoir einer kleinbürgerlichen Provinzidylle, in eisiger Menschenleere abgebildet und ausgeleuchtet. Claudia Larchers Videoanimation, aus Fotos und Laufbild montiert und mit einer unbehaglich dröhnenden Tonspur unterlegt, fördert das Unheimliche im Alltäglichen zutage.

Die Banalität eines Bösen, das sich in Chiffren und Andeutungen an der Peripherie der Wahrnehmung manifestiert und ein Gefühl von transzendentaler Obdachlosigkeit vermittelt. Die Räume sind perspektivisch verschoben und bizarr ineinandermontiert. Zeitabläufe täuschen eine Chronologie vor und sind doch nur Momentaufnahmen, Erlebnisblitze ohne kausalen Zusammenhang. Die Arbeit HEIM, die im Elternhaus der Künstlerin aufgenommen wurde, ist nicht nur ein subtiles Spiel mit Wahrnehmungsmodi und Raumarchitekturen, sondern erzählt auch von der psychischen Innenausstattung jener Menschen, die in der Mitte eines katholisch-konservativen Milieus einen Lebenstraum verwirklichen wollen. Sie knüpft die Behaglichkeit der Vorstellung vom Geborgensein im Vertrauten an die Schreckensvorstellung eines Immergleichen, das sich im endlosen Panoramaschwenk des Lebens entfaltet. In einer Art Horror Vacui räumt sie die Leere des Seins mit Gegenständen voll, um dem Gefühl eines lauernden Unbehagens, das sich nicht als konkrete Bedrohung erklären lässt, in die vermeintliche Sicherheit der Materie zu entkommen.

(Thomas Mießgang)

 

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