Aktienkeller | Strom des Vergessens - Ruth Schnell


Ruth Schnell

Disappearance, 2008
Lichtobjekte

Aus blinkenden Leuchtstäben scheinen sich für das bewegte Auge Wörter zu entfalten. Technisch nutzt die Künstlerin die Trägheit der menschlichen Wahrnehmung. Jenseits der Frequenz, bei der das menschliche Auge noch Einzelbilder unterscheiden kann, generieren pulsierende Leuchtdioden in Lichtpunkte und -linien zerlegte Wörter. Schweift der Blick über einen Leuchtstab, produziert die Netzhaut sogenannte Nachbilder zum Thema Vergessen.

Gegen die Zeit, 2001
Videoinstallation

Die Projektion, in der ein Frauenarm alternierend mit Bürste oder Tuch über die Oberflächen eines Seitenstollens des Aktienkellers streicht, führt umstandslos an die Logik des Symbolhaften. Doch das simultan zur Bewegung zu hörende scheuernde Geräusch fügt der Wahrnehmung einen Aspekt der Aufdeckung hinzu. Die Betrachtenden sind Zeugen eines Reinigungsprozesses, in dem eine virtuelle Hand an der räumlichen Substanz arbeitet.